19.-21. Juni 2025 | ETF Lausanne

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Fotos: Beat Renner

ETF Lausanne vom 19.-21. Juni 2025

Mit einer ungewohnt starken Delegation nahm die Männerriege den Weg nach Lausanne ans Eidgenössische Turnfest unter die (Bahn-)Räder. Das Motto: Wenn man schon so weit reist, will man auch etwas erleben. So war es denn auch. Von den 18 Personen waren 13 als Wettkampfteilnehmer gemeldet, einer als Schiedsrichter und 4 gesellten sich als Begleiter/Supporter dazu. Die Supporter-Gruppe wurde verstärkt durch Ruth Halbherr, die Frau eines Teilnehmers.

Der Donnerstag diente der Akklimatisierung und wurde zu einem wunderschönen Spaziergang durch die Weinterrassen des Lavaux benützt. Von Cully aus führte die Wanderung durch Rebenhaine, vorbei am Dézaley und Epesses nach Rivaz. Die exponierte Lage, die sommerliche Mittagssonne, das Auf-und-Ab des Weges liessen uns schwitzen – da blieb kein Hemd trocken. Die Erlösung erfolgte im Vinorama Lavaux, das uns mit einem angenehm klimatisierten Raum erwartete. Ein paar reichhaltige Fleisch- und Käseplättli schufen den Boden zur Degustation einiger lokaler Gewächse. Ein gut gemachter Film über die Jahresarbeit der Winzer im Lavaux rundete das schöne Erlebnis ab. Zurück mit der Bahn nach Lausanne war der Durst gross. Eine Gartenwirtschaft in Ouchy wurde kurz entschlossen in Beschlag genommen und der Kellner hatte einiges zu tun, um uns ausreichend mit „Super-Bock“ Bier zu versorgen. Danach traten einige den Heimweg ins Hotel in Renens an, andere gingen in der nahe gelegenen Festmeile noch auf Entdeckungstour und fanden einfach keinen Bratwurst-Stand. Auch wurden erste Erfahrungen mit dem bargeldlosen Einkauf und dem System mit Depot für Geschirr und Flaschen gesammelt.

Nach dem gelungenen Auftakt war der Freitag ganz dem Turnwettkampf gewidmet. Dafür waren wir ja schliesslich hergekommen. Oberturner Richard Nyffenegger versammelte die Turnerschar um 9 Uhr und nun ging’s zum Wettkampfplatz in Vidy. Da war noch ausreichend Zeit, sich auf dem Turngelände umzusehen und den bereits im Einsatz stehenden Riegen kritisch zuzuschauen. So rund um 11 Uhr leisteten die Bassersdorfer Männerturner ihren ersten Einsatz im dreiteiligen Vereinswettkampf. Diesen zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Auch die Ausführung ist anspruchsvoll. Die 3 x 2 Disziplinen Fit + Fun hatten unsere Turner unzählige Male geübt. Trotzdem gab es einige Schnitzer, aber insgesamt war der Ablauf recht flüssig.

Im ersten Teil waren einerseits genaue Fussball-Pässe und präzise Stabübergaben gefragt, während beim Brettball vor allem Laufgeschwindigkeit und Ausdauer zum Erfolg führen - bei Senioren nicht gerade eine Stärke! Mit 6.98 Punkten wurde die erhoffte Marke hauchdünn verfehlt. Mit 7.17 wurde dann beim Unihockey-Parcours und dank einem erfreulich guten Ablauf mit Tennis- und Rugbyball-Zuspielen im Achterball das Soll gut erfüllt. Nach den letzten guten Trainings erhoffte man sich beim Street-Racket und mit zielsicheren Ringwürfen und sicheren Fängen mit dem Gymnastikstab ein gutes Resultat. Doch zahlreiche Fangfehler führten zu viel Zeitverlust, sodass mit 6.09 Punkten eine unerwartete Tiefnote in Kauf genommen werden musste.

Der Oberturner zeigte sich zwar nicht begeistert, aber schliesslich doch zufrieden mit dem Ergebnis, konnte doch mit 20.24 Zählern das letztjährige Total deutlich übertroffen werden. Alle aktiv Teilnehmenden kamen zum Zug, leisteten ihr Bestes und erreichten in der 2. Division der Senioren den 48. Rang

Der Wettkampfverlauf schien zeitweise etwas unorganisiert seitens der Einsatzleitung, jedenfalls gab es unfreiwillige und ungeplante Pausen. Aber hiefür war angesichts der grossen Zahl von teilnehmenden Sektionen Verständnis und Nachsicht am Platze und schliesslich waren die sechs Disziplinen Mitte Nachmittag durchgespielt. Daraufhin war verdienterweise Verpflegung und Durstlöschen angesagt. Das genossen wir in der angrenzenden Erholungszone, wo wir - eher zufällig - Sitzplätze für uns alle in einem Festzelt ergattern konnte und eine Bratwurst konnte hier auch erstanden werden! Die Erholung tat allen gut.

Dann war es an der Zeit, an den weiteren Tagesablauf zu denken. Den nächsten Programmpunkt bildete am Abend die grosse Turnshow in der „Vaudoise Aréna“, für die wir uns angemeldet hatten. Doch zuerst ging’s ins Hotel, wo eine verdiente Dusche Erfrischung bot. Zusammen mit unzähligen anderen Gleichgesinnten strömten wir dann zu dieser Aréna, wo im Winter primär Eishockey gespielt wird. Mit rund 7‘900 anderen Schaulustigen genossen wir die hochklassigen turnerischen Darbietungen, die teils auch aus dem Ausland kamen. So boten beispielsweise die „Pompiers de Paris“ eine spektakuläre Sprungshow. Es erforderte dann einige Geduld, um heil aus der voll besetzten Halle wieder ins Freie zu gelangen. Natürlich war es nun wieder an der Zeit, den angestauten Durst zu löschen. Diesen stillten wir in der bereits vom Vortag bekannten Gartenbeiz in Ouchy, nachdem wir den Weg dorthin in der so richtig vollgepferchten Métro hinter uns gebracht hatten. Dort floss das Bier in Strömen, worüber sich auch der Kellner freute. Zu mitternächtlicher Stunde brachte uns der Sonderbus in Hotelnähe – der Marsch dorthin diente der Ausnüchterung.

Unser dritter Turnfesttag wurde mit Musse angegangen: Erst mal ausschlafen, dann draussen auf der Terrasse frühstücken und später ein Gruppenbild machen fürs Album und für die Daheimgebliebenen. Einzelne traten bald die Heimreise an, während sich Ruth und Rene zusammen mit Beat Renner auf ihre Fahrräder schwangen und die 5-tägige Rückreise nach Bassersdorf in Angriff nahmen. Die Übrigen deponierten das Gepäck im Hotel und begaben sich vorerst ins Beaulieu, wo Gerätevorführungen auf erstaunlich hohem Niveau zu bestaunen waren.  Per Métro erreichten wir die Leichtathletik-Anlagen, wo der TV Bassersdorf im Einsatz stand. Da war Gelegenheit, die Läufer und Läuferinnen bei der Pendelstafette lautstark zu unterstützen. Und auch da gab’s ein Gruppenbild, diesmal zusammen mit dem TV samt Vereinsfahne.

Nach Behändigung des Gepäcks im Hotel, trafen wir uns im Restaurant de la Gare, wo noch einmal Gelegenheit war, Rückschau auf die Festereignisse zu halten und bei Pizza und einem Glas Wein das schöne und gelungene Fest abzuschliessen. Dabei wurden wir Zeugen eines schweren Gewitters, das uns vom Garten ins Innere des Restaurants vertrieb. Zudem wurden die zwei Tage vorher durchwanderten Rebberge durch Hagel schwer geschädigt. Einige Hagelkörner begleiteten uns auch beim Besteigen des Zuges zurück nach Bassersdorf; Zeit nach Hause zu gehen!

 

Versammelt vor dem Bahnhof Bassersdorf, feierten wir unseren Oberturner Richard mit einem 3-fachen Turnerklatsch, und dann uns alle selber mit einem weiteren 3-fachen.

Auch am Sonntagabend waren wir dabei, als die TVB-Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Lausanne zurückkamen, die letzte Etappe ab Zürich mit der Eigenheim-Kutsche. Willkommen geheissen von zahlreichen Dorfvereinen und den Klängen der Guggenmusik traf sich die ganze Bassersdorfer Turner-Familie zur gelungenen Abschlussfeier.

Au revoir Lausanne 2025 – Arrivederci Lugano 2031!

Peter Gmeiner + Werner Vogel


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